E-Learning im Instrumentalunterricht? "Auf keinen Fall!"

 

 

 

 

Das hätte ich bis vor kurzem noch geantwortet. Heute ist der 20.03.2020 - wir befinden uns momentan, seit dem Beginn der Corona-Pandemie, weltweit in einem Ausnahmezustand. Kitas, Schulen und weitere Freizeit- und Bildungseinrichtungen wurden geschlossen.

Das öffentliche Leben ist lahm gelegt und es wird dazu geraten, soziale Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren.

 

Zahlreiche Berufsgruppen, auch Instrumental- und Gesangspädagog*innen, können nun ihrer Tätigkeit nicht mehr wie gewohnt nachkommen. Dies ist aus zweierlei Perspektiven zu betrachten: Den Kindern, die in ihrer Freizeit auf vielfältige Weise vom Unterricht am Instrument profitieren, wird neben dem täglichen Schulbesuch eine weitere Konstante genommen. Auch Eltern leiden darunter, weil ein wichtiger Teil der Betreuung ersatzlos wegfällt. Die Lehrenden, oftmals auf Honorarbasis engagiert, hingegen sind weiterhin auf ihre regelmäßigen Honorare angewiesen um nicht nach monatelangem Pausieren der Arbeit vor einem finanziellen Desaster zu stehen.

Daher heißt es in dieser Krise, die eigene Kreativität zu nutzen und den Schüler*innen trotzdem Möglichkeiten zu bieten, unter profesioneller Anleitung zu Musizieren und damit einer Routine in ihrem Leben weiterhin nachgehen zu können. Ohne den menschlichen Kontakt zwischen Schüler*innen und Lehrenden muss die Motivation über alternative Angebote aufrecht erhalten werden.

Das E-Learning stellt für mich nun diese Alternative in einer Ausnahmesituation dar. Ich betone nach wie vor, dass der menschliche Kontakt durch nichts zu ersetzen ist (im Instrumentalunterricht und nahezu allen Bereichen des Lebens). In der Instrumental- und Gesangspädagogik ist das Wissen über Musik ein Teilbereich, der wichtig und sicherlich auch virtuell vermittelbar ist. Doch auch Aspekte wie Klang, Agogik, Intonation, Körperarbeit etc. haben einen bedeutenden Anteil und lassen sich in digitaler Form nur erschwert bis gar nicht vermitteln. ABER - die Krise ist nun einmal da und wir müssen in allen Bereichen schauen, wie wir damit bestmöglich umgehen und was wir vielleicht sogar Positives daraus ziehen können. Im E-Learning lassen sich mit Hinblick auf die Selbstständigkeit am Instrument (gerade für Kinder) wirklich fantastische Fortschritte feststellen.

Im folgenden werde ich daher einige Ideen für das E-Learning im Instrumentalunterricht teilen und freue mich jederzeit über weitere kreative Einfälle von Kolleg*innen aus der Musikpädagogik.

 

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